Montag, 18. November 2019

Something new about North Korean intelligence...

... and a lot of other countries in this great anthology, coming very soon:


About the content and the authors:

  • Intelligence Communities in Asia—B. de Graaff.
  • Afghanistan—D. Patang.
  • Bangladesh—A.S.M. Ali Ashraf.
  • China—X. Guo.
  • India—P. Mahadevan.
  • Iran—C.A. Wege.
  • Iraq—I. al-Marashi.
  • Israel—E. Kahana.
  • Japan—Y. Kobayashi.
  • Jordan—H. Al Jbour
  • Kazakhstan—F. Kovacevic.
  • Myanmar—A. Selth.
  • North Korea—S. Blancke.
  • Pakistan—K. Mukherjee.
  • Palestine—A. Tartir.
  • Russia—A. Kozovoï.
  • Saudi Arabia—C.M. Davidson.
  • South Korea—D.-A. Neuhaus.
  • Sri Lanka—V.K. Shashikumar.
  • Syria—F. Peil.
  • Taiwan—J. Rosenke.
  • Tajikistan—A. Matveeva.
  • Turkey—I. Yilmaz.
  • Yemen—A. Chimente.
  • Elements of an Asian Intelligence Culture—B. de Graaff.







Samstag, 9. November 2019

Heckler & Koch...

...könnte - sollte man einem Bericht des Focus Glauben schenken - an einen ausländischen Käufer gehen. Der Artikel mit dem Titel "BND prüft möglichen Verkauf von Heckler & Koch an Offshore-Firmen auf Barbados" nennt ein paar Namen. U.a. heisst es: "Konkret geht es um den auf Barbados ansässigen französischen Rechtsanwalt Gerard Lussan."

Man kann nur hoffen, dass dieser Kauf gründlich geprüft wird. Das Netzwerk der Personen und Firmen, die dahinter stehen (stecken?), also das ganze Netzwerk, bringt einen aussenstehenden Beobachter doch zum Nachdenken. Bemerkenswert finde ich beispielsweise die Zahlen zu einer der Firmen von Gerard Lussan: Thurloe Finance Ltd.: Am 31. August 2018 präsentierte sie stolz folgende Bilanz:



Das sah einmal bedeutend anders aus! Und zwar am 31. August 2017:



Man darf also gespannt sein, wie diese Geschichte weitergehen wird.

Samstag, 2. November 2019

Another criminal mental confusion

My last research was definitely the most disturbing one - when it comes to me. I asked myself again: How much can the human mind actually erode and turn into its perverse opposite?



My last paper for Jane's Intelligence Review is about "Incels escalate misogyny and far-right extremism online".

The keypoints are:
 
  • The online ‘Incel’ scene has connections to far-right extremism, which itself is often characterised by extreme misogyny.
  • Mass shootings can frequently be tracked back to the Incel milieu, with perpetrators glorified as heroes and revolutionaries in Incel forums.
  • The Incel culture itself is typified by a virulent mix of adolescent and far-right ideology, and in parts espouses terrorist tactics such as the use of assault rifles, knives, explosives, and vans. 

Right-wing extremist Stephan Balliet on 9 October 2019 violently tried to gain access to a synagogue in the eastern German city of Halle, intending to shoot as many Jewish worshippers as possible. Watching his livestream I came - again - across this rightwing imagination of feminism as a (liberal, jewish) conspiracy. Reading all the horrible postings and joking comments on his and other, similar shootings is hard to stand.





Sonntag, 27. Oktober 2019

Die Nomenklatura wird parasitär

"Der Parasitismus einer Klasse entsteht durch das Sinken ihrer gesellschaftlichen Rentabilität: Die Klasse beginnt die gesellschaft mehr zu kosten als sie ihr bringt. Dieser Prozeß läuft auf zwei Ebenen: Die Privilegien bzw. der Anteil der parasitär werdenden Klasse am erarbeiteten Produkt steigen und gleichzeitig sinkt die von ihr für die Gesellschaft vollbrachte Leistung. Der Nullpunkt der Klassenrenatbilität liegt dort, wo sich die beiden Vektoren treffen... Der Parasitismus der Nomenklatura ist sozial bedingt, und zwar durch ihre Stellung als Klasse."

An diese Ausführungen erinnerte ich mich, als ich ein ca. 6-minütiges Video betrachtete, welches mir der Mitarbeiter einer NGO von seinem Einsatz in Nordkorea mitbrachte. Das Video zeigt einen gewöhnlichen Nordkoreaner in einem Krankenhausbett an einem Tropf hängend. Nun wusste ich nur von dem NGO-Mitarbeiter, dass es sich um ein Krankenhaus handeln soll. Es hätte auch eine Baracke an der Ostfront 1944 sein können. Der Tropf war eine alte Getränkeflasche. Und nun kam eine andere Recherche hinzu, nämlich zu den Krankenhäusern der Elite. Wo genießen die Mitglieder des Kim Clans ihre Behandlung? Und in welchen Ländern werden sie ebenfalls behandelt? 


Inwieweit ist es überhaupt vertretbar, wichtige Technologie für den medizinischen Einsatz zu sanktionieren und haben die Mitglieder, die Kinder der Elite weniger Anrecht auf lebenserhaltende Maßnahmen?

Der eingangs zitierte Text stammt übrigens aus dem interessanten Buch "Nomenklatura. Die herrschende Klasse der Sowjetunion" von Michael S. Voslensky (1980). Es bestätigt meine Ansicht, dass es nützlich ist, sich mit dem Zerfall der späten Sowjetunion zu befassen, will man eine Prognose zu Nordkorea abgeben. Vermutlich wissen auch die Planer in Nordkorea, dass sie den Punkt, an dem sich die genannten Vektoren treffen, vermeiden müssen. Und umgekehrt müsste man - um das Regime in Nordkorea kollabieren zu lassen - darauf hinarbeiten, also den Parasitismus der herrschenden Klasse sogar noch begünstigen, gleichzeitig aber es der durchschnittlichen Bevölkerung noch schwerer machen. Aber auch das ist eine moralische Frage, denn es würde vermutlich weiteren Hunger und Tod bringen.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Die Innenminister und ihre Pläne

In der "Abschlusserklärung der Innenminister und Innensenatoren von Bund und Ländern am Freitag, den 18. Oktober 2019" wurden ein paar folgerichtige Schlüsse gezogen.

Vielleicht sollte auch über einen Punkt nachgedacht werden: Da man die Rücksichtslosigkeit rechtsextremistischer Täter und in verschiedenen Fällen, zuletzt in Halle, auch erneut ihre Plan- und Wahllosigkeit hinsichtlich der Opfer erkennen musste, sind nicht nur die Behörden vor rechtsextremistischen Innentätern zu bewahren, sondern auch die Mitarbeiter in den Behörden vor diesen Tätern zu schützen.

Ein erster Schritt in dieser Sache wäre das Entfernen der Metadaten in den Behördenverlautbarungen – besonders in solchen Fällen, in denen der Name bereits in gehackten Dateien aufgetaucht ist.

 

Und anschließend kann man sich auch über die Beobachtung von Gaming Plattformen, Subreddits, Dark Web und szenekryptischen Extremistengeschwafel Gedanken machen.

Dienstag, 22. Oktober 2019

China und seine Freunde





Nachdem ich eine Dokumentation zum Tode von Jeremiah Duggan gesehen hatte, kramte ich ein wenig in meinen Unterlagen zu Lyndon LaRouche und der Europäischen Arbeiterpartei (EAP) herum. In einem Dokument vom 30. Dezember 1976 („Übersicht der Vorstandsmitglieder der Partei und der Landesverbände“), welches man nahezu als historisch bezeichnen kann, betrachtete ich mir die dort aufgeführten Namen. Es ist schon lustig zu sehen, wo diese Leute heute gelandet sind...



Heute ist es nicht mehr die EAP, sondern die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo). Aber in der guten alten Zeit gab es interessante parlamentarische Anfragen und Stellungnahmen zur EAP, die auch eine Weile im Visier des Verfassungsschutzes stand.

Und wo ist nun die Verbindung zu China?

Zum einen ist es auffällig, wie intensiv BüSo seit einigen Jahren das Lieblingsprojekt der chinesischen Regierung bewirbt: One Belt One Road (OBOR), manche nennen es auch Seidenstrasse und es gibt noch ein paar weitere Bezeichnungen. Russland kommt auch extrem gut weg in den Verlautbarungen von BüSo, aber die Verbindungen zwischen BüSo und gewissen russischen Einrichtungen - das ist ein anderes Thema.

Es sind erfahrungsgemäß vorrangig solche Kleinstparteien und Gruppierungen, die sich für die politischen Interessen fremder Regierungen in einer reichlich unkritischen Art und Weise stark machen. Das soll meinetwegen auch ihr gutes Recht sein, denn der halbwegs über den Spiegel-Online/SZ usw. Tellerrand blickende Geist wird das durchschauen können. Immerhin sind es nicht immer nur Spinner, sondern auch ab und an hochseriöse Regierungsmitglieder, die eine erstaunliche Nähe zu Botschaftsmitarbeitern zeigen. 

Dennoch sollte daruf geachtet werden, wer sich vor welchen Karren spannen lässt. Die politische Einflussnahme läuft nicht immer so offensichtlich und in den üblichen Bahnen („kultureller Austausch“, „wissenschaftliche Kooperation“ usw.) ab, wie man es annehmen könnte. Zuweilen wird eben die Grenze zum geheimdienstlichen Arbeiten zugunsten einer fremden Macht überschritten.

Man kann sich ferner fragen, inwieweit eigentlich honorige Organisationen - oder solche, die nach aussen entsprechend auftreten – sich bewusst für die Interessen einer fremden Regierung einsetzen oder dies in grenzenloser Naivität nicht erkennen wollen oder sogar ignorieren. Nun stolperte ich vor einigen Monaten über den Bundesverband Deutsche Seidenstrassen Initiative e.V. (BVDSI), der am 29. März 2019 seine Gründungsveranstaltung hatte. 

Prompt gab es auch ein paar kritische Stimmen, welche die doch recht auffälligen chinafreundlichen Positionen des BVDSI bemängelten. Und in gewisser Weise distanzierte sich dann auch die Bundesregierung vom BVDSI.

Was mich in diesem Zusammenhang jedoch wundert: Niemand hat sich offenbar ein wenig näher mit den Mitgliedern des BVDSI befasst.

 
Hans von Helldorff – Ein paar Monate vor der Gründungsveranstaltung hielt er eine Rede auf der sogenannten Bad Sodener Konferenz des Schiller Institutes. Diese Konferenz fand vom 30. Juni bis 1. Juli 2018 statt. Thema des vierten Panels, in dem er sprach, lautete – laut Website - „Wirtschaftliche und politische Potentiale von Gürtel und Straße“. Von Helldorff referierte zum Thema „Notwendige ordnungspolitische Rahmenbedingungen für Investitionen der deutschen und europäischen mittelständischen Wirtschaft in Volkswirtschaften entlang der neuen Seidenstraße“. Sein Referat begann er mit den folgenden freundlichen Worten: 
Meine Damen und Herren, liebe Familie Zepp-LaRouche, auch ich schließe mich natürlich mit tiefer Überzeugung dieser Dankbarkeit an, die hier schon mehrfach ausgesprochen worden ist. Was ich bisher hier gesehen und gehört habe, bestärkt mich nochmals in meinem Entschluß, hierher gekommen zu sein und auch vor Ihnen eine Rede zu halten…

Was soll man dazu sagen?

Lyndon LaRouche ist im Februar 2019 verstorben. Gelinde gesagt: Er war umstritten. Nicht vergessen sind seine besten Beziehungen zu Sadam Hussein und auch zu anderen Diktatoren und Extremisten aller Coloeur. Neben seinem offenbar exzellenten privaten Geheimdienst, zu dem ich mich früher einmal äußerte, und seiner fanatischen Paranoia hinsichtlich angeblicher kommunistischer Unterwanderung, ist vielleicht der Titel einer Publikation aufschlussreich, in der seine Bewegung/Partei/Firma - viellecht sollte man besser sagen: Sein Sektenimperium, straff geführt von ihm und seiner weiterhin aktiven Frau, Helga Zepp-LaRouche - Beachtung findet: „Studien und Berichte. Politische Esoterik – eine rechtsextreme Herausforderung“, 1999 von der ehrwürdigen Wiener Landesverteidigungsakademie publiziert, Autor: Hubert Michael Mader. Diverse Publikationen befassen sich auch mit dem Antisemitismus, der immer wieder in der Organisation zu beobachten war.

Als LaRouche starb, erhielt BüSo übrigens die merkwürdigsten Kondolenzschreiben aus China und den dortigen Institutionen, die ich hier nicht einzeln darstellen will, die aber bereits die guten Verbindungen seiner Organisation nach China zeigten.

Bei der besagten Konferenz stellt von Helldorff u.a. zwei Thesen vor: 
Eine erfolgreiche und damit auf Kooperation ausgerichtete Wirtschaftspolitik [ist] definitiv Friedenspolitik [...] Und zum zweiten: […] Die Königsdisziplin sämtlicher politischer Felder ist die Wirtschaftspolitik. Und sonst gar nichts. 

Und wer sind die Guten?? Richtig: Peking! Von Helldorff klärt auf: 

Das Interessante im Zusammenhang mit der One Belt One Road Initiative ist auch die Tatsache, daß diese Thesen, von denen ich gerade gesprochen habe, am deutlichsten und am intensivsten von der kommunistischen Regierung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde begriffen wurden und umgesetzt wurden. 

Also ist es eine Politik des Friedens, die China betreibt, soweit konnte ich ihm folgen.

Da werden sich die Genossen und Oligarchen in China die Hände gerieben haben bei soviel Pandahugging! Der Vorredner, Prof. Duško Dimitrijević, sprach übrigens zum Thema „Chinas Neue Seidenstraße: Errungenschaften und Aussichten der Wirtschaftskooperation zwischen Serbien und China“ - ein Thema ganz nach dem Geschmack Pekings! Denn in Serbien kann man schön sehen, wie die EU sich wegduckt und das Feld den Chinesen überlässt. Denn: Serbien möchte gerne hinein (ja, es gibt Länder, die IN die EU wollen!), aber da sollte es sich eigentlich ein wenig sensibler zeigen, was Pekings Aktivitäten angeht. Hierzu müsste man sich näher mit den Clans ins Serbien befassen.

Lesenswert dazu (sorry, aus der westlichen Lügen- und Rothschildpresse): "Light Touch, Tight Grip: China’s Influence and the Corrosion of Serbian Democracy."

Aber auch eine CNN Reportage dazu war nicht schlecht: "China'sclout is growing on the edge of the EU, and the US is worried."

Dimitrijević erklärt zu Beginn seiner Rede übrigens: 

Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, Sie zu grüßen und zu danken für die freundliche Einladung, an dieser Konferenz für eine Weltordnung des Friedens auf der Grundlage der Entwicklung der Nationen teilzunehmen, die vom Schiller-Institut vorbereitet wurde. Ich möchte meinen besonderen Dank aussprechen an Herrn Lyndon LaRouche und Frau Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin und Präsidentin dieses berühmten Tempels der Weisheit….

Sehr schöne Umschreibung: „Tempel der Weisheit“ für das genannte Schiller Institut. In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage aus dem Jahre 2007, Titel: Aktivitäten der Politsekte um die Bürgerrechtsbewegung Solidarität und Schiller-Institut in der Bundesrepublik Deutschland, heisst es:


Wer sitzt denn noch so im BVDSI?


Ah: Folker Hellmeyer. Von dem las ich ein Interview im „Rotfuchs“ der „Tribüne für Kommunisten, Sozialisten und andere Linke“, wie es auf der Website heisst. Dort trommelt er – wie auch bei anderen Gelegenheiten - unter der Überschrift „Ohne Moskau und Peking läßt sich kein Weltproblem lösen!“ wortgewaltig für den Kreml und für Peking. Und siehe da: Herr Hellmeyer findet sich auch im vierten Panel der Bad Sodener Konferenz wieder. Aber lassen wir es Frau Zepp-LaRouche seinen Vortrag dort zusammenfassen:

Hellmeyer sprach über „Die Integrationsoptionen der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion und der OBOR Initiative Chinas“ und sagte, die neuen Strukturen für die Kooperation zwischen den Nationen, über die mehrere seiner Vorredner gesprochen hatten, kämen als Ersatz für die alten, versagenden Strukturen des Westens – wie die EU – in Betracht...“

Da ist es wieder: Weg mit der EU (und auch dem atlantischen Bündnis), weg mit dem humanistischen Geschwafel und ein lautes Hurra für die uneigennützige chinesische Aufbauhilfe! Die können immerhin einen Flughafen bauen!

Entlarvend übrigens ist auch dieser Satz in Hellmeyers Rede, den er im Zusammenhang mit der Industriellen Revolution sagt: 

Das Resultat hiervon ist, daß westliche Länder, insbesondere Großbritannien und danach natürlich Frankreich und später Deutschland und die Vereinigten Staaten, sehr viel Macht haben – nicht nur hinsichtlich ihrer Streitkräfte, sondern auch hinsichtlich ihrer Volkswirtschaften und insbesondere auch ihrer kulturellen Ansichten.

Ein westlicher sozialisierter Leser wie ich sagt: Na und? Aber hier findet man die alte Lyndon LaRouche Verschwörungsideologie wieder: Die Sekte hasste und hasst das „Britische Empire“ (ach ja, wo ist es eigentlich geblieben…). Das kommt durchgängig in allen (zum Teil sehr gut gemachten) Publikationen der Sekte immer wieder als Thema durch. Auf die Gründe gehe ich hier nicht ein. 
 
Apropos „Weg mit dem humanistischen Geschwafel“: Auf der Website des BVDSI ist ein langer Text von Hellmeyer zu lesen. Titel: „Europas humanistischer Ansatz ist mit Chinas Aufstieg vereinbar.“ Das beruhigt mich! Dann muss ich mir also keine Sorgen mehr machen, fein!

Die Rede von Helldorff, die er im Schiller Institut gehalten hat, wird auf der Website des BVDSI sogar kostenlos zum Download angeboten!


Aber leider funktioniert der Download nicht. Daher rasch eine Email an den BVDSI – die umgehend als unzustellbar zurückkommt. Naja, wenn das der energische Ruck gen Peking sein soll, dann sollten wir uns doch lieber wieder dem perfiden Albion zuwenden. Da kann es auch nicht schlimmer werden!

Auf die anderen Mitglieder des BVDSI gehe ich hier auch nicht weiter ein. Man könnte über einige noch etwas schildern. Heiner Heseler… 2014 sagte er über das chinesische Konfuzius Institut in Bremen (KIB), es sei „ein wertvolles Standbein“ - wenn ich der taz vom 29. September 2014 (S. 24) trauen kann. Damals war Heseler mit Parteibuch der SPD Staatsrat in Bremen. Das Thema Konfuzius Institut – von denen in anderen Ländern aus guten Gründen einige geschlossen werden (u.a. wegen Spionage und massiver Einflussnahme auf die freie Meinungsäusserung an Universitäten) und offenbar nur in Deutschland neue eröffnet werden können! - will ich hier auch nicht weiter behandeln.

Es ist völlig nachvollziehbar, dass sich Wirtschaftsvertreter für ihre Branche stark machen und auch versuchen, irgendwie mit Staaten ins Geschäft zu kommen, in denen von Demokratie keine Rede sein kann. Aber das entbindet nicht von der moralischen Verpflichtung, objektiv und nüchtern zu analysieren. Die Art und Weise, mit der gewisse Politiker und Parteien in Deutschland – und darüber hinaus – sich China beugen, ist geradezu abenteuerlich! Und besonders ausgewählte Firmen und Verbände sollten sich hier auch an ihre Nase fassen. In der Financial Times vom 15. Oktober 2019 (S. 11) schrieb Gideon Rachmann unter dem Titel „China spreads its web of censorship“ den folgenden Satz – den ich anhand diverser praktischer Beispiele nur bestätigen kann: 

China‘s efforts to control and censor speech at home are gradually being internationalised, reaching into foreign corporations, the international media, the seminar rooms and campuses of western universities, and the statements and policies of foreign governments.

Noch ein kleines Detail am Ende: Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (BDO) bewarb die Eröffnungsveranstaltung des BVDSI u.a. mit den drohenden Worten: 

China hat einen Plan. Dies gilt es innerhalb kürzester Zeit zu berücksichtigen, will Deutschland nicht innerhalb weniger Jahre nur noch die Rolle eines Zaungastes bei der Verteilung neuer Wertschöpfungspotentiale spielen.

BDO International Limited – mit einer Büroadresse hier: 55 Baker Street, London, W1U 7EU (laut Google 7 min zu Fuß bis zu Sherlock Holmes) – hat derzeit, heute, siebzehn mit ihr verknüpfte Personen („officers“) aufzuweisen, u.a. den 1965 geborenen Zhu Jiandi, der als Direktor bei BDO fungiert.

  
Wer ist das? 2011 wurde er in China (in Shanghai) mit dem Titel "Excellent Communist Party Member" geehrt. Auf dem Foto ist er links zu sehen (das Foto ist von People‘s Daily Online).


Man könnte noch einiges zu diesen Verbindungen sagen. Aber das würde einen wesentlich längeren Text zur Folge haben. Und wer möchte noch mehr Zeilen zum chinesischen United Front Department lesen, wie es in Deutschland vorgeht, welche Organisationen es wie infiltriert – und überhaupt: Was ist der Plan dahinter und was könnte diese in Europa überaus aktive Organisation mit OBOR zu tun haben? Wie funktioniert das für solche Operationen verantwortliche Büro des MSS und wie ist das dortige Führungspersonal politisch vernetzt? Wie und wo setzen chinesische Geheimdienste Tarnorganisationen in Deutschland ein, was sind ihre Schwerpunkte? Usw….

Nicht umsonst sprach Michael Pompeo im Interview (21. Oktober 2019) mit Wilfred Frost von CNBC über „the long arm of Beijing“.

Dass China nicht nur einen langen Arm, sondern auch einen langen Atem hat, ist Teil seiner speziellen Geheimdienststruktur. Die verantwortlichen Abteilungen arbeiten wesentlich langfristiger orientiert als beispielsweise pakistanische oder US-amerikanische Geheimdienste. Wie es auf der BDO Website eben heisst: „China hat einen Plan!“

Und so hatte bereits auf der Konferenz in Bad Soden 2003, in deren Kontext der eingangs erwähnte Jeremiah Duggan ums Leben kam, ein Dr. Bi Jiyao zum Thema „China's Economic Development Prospects And New Measures in Opening Up“ referiert.







Seine Herkunft wurde damals mit „Academy of Macro-Economic Research, State Development Planning Commission, China“ angegeben.

Was den Tod von Jeremiah Duggan angeht, so kann man auf der Website seiner Familie lesen:
 
Im Mai 2015 konnten die englischen Rechtsanwälte der Familie Duggan in England vor dem Coroner ́s Court ein Urteil erzwingen, dass ihnen bescheinigte, dass Jeremiah Duggan keinen Suizid begangen hat und die rechtsextreme Organisation während der Konferenz in Wiesbaden psychische Gewalt angewendet haben dürfte.






 
 

Sonntag, 9. Juni 2019

The Al-Qard al-Hassan Association

The official communication network of the Al-Qrd al-Hassan Association seems not to be too sophisticated:


The vulnerability of one important entity in this network is obviously:


Presumably there is a more clandestine way of communication inside this organisation...