Mittwoch, 6. Mai 2020

Global Networking of Right-Wing Extremism....

...is something which interests me. And so I am pleased to point out to my new paper: "Far-right extremists step up international networking", published with Jane‘s Intelligence Review

Key Points are:


  • Increased monitoring of the communications of far-right extremists suggests that their personal and international contacts are growing in importance.
  • Far-right extremists travel internationally to network at conferences and events, and to gain combat experience and training in conflict zones.
  • The increasing internationalisation of far-right extremism is likely to further international networking between extremists in-person and virtually.

For those who want to read some further information, based on my analysis for Jane's Intelligence Review, please feel free to download "Global Networking of Right-Wing Extremism. Some additional remarks" from my website.






Mittwoch, 22. April 2020

US Investigations into Russia

I find the new Senate Review of the Intelligence Community Assessment of Russia Investigation extremely useful and since hours I cannot stop reading. 



Didn't know that they already planned years ago the Hygiene Demo in Berlin, but here I found the evidence:


Multifaceted it obviously is!



Well, the KGB lost Operation INFEKTION and I assume the GRU and friends will loose this one as well.

Samstag, 21. März 2020

Die Nachrichtendienste angesichts des Corona Virus

Die derzeitige Krise, hervorgerufen durch den Corona Virus, bietet eigentlich eine gute Gelegenheit, die heilige Kuh namens Intelligence Cycle unter nahezu Kriegsbedingungen zu testen: Traditionelles nachrichtendienstliches Arbeiten orientiert sich seit Jahrzehnten an diesem Modell – besonders in Europa, besonders in Deutschland. Die spärliche Literatur im deutschen Sprachraum zu diesem Modell, vieles davon eher im Bereich von Competitive Intelligence angesiedelt, behandelt dieses starre System geradezu als sakrosankt. Es kann nun bewiesen werden, ob es funktioniert!



Man kann jedoch gleich konstatieren, dass vieles davon nun hinterfragt werden muss. Sammlung von Daten, Verarbeitung und Weitergabe der dann hoffentlich generierten Informationen: Wie kann das heute funktionieren? Es fängt bereits bei MEDINT, also Medical Intelligence an. Im sehr guten Nachschlagewerk von Godman und Maret („Intelligence And Information Policy For National Security“) geht es hier um nicht mehr und nicht weniger als um 

„foreign medical, bio-scientific, and environmental information that is of interest to strategic planning and military medical planning and operations for the conversation of the fighting strength of friendly forces and the formation of assessments of foreign medical capabilities in both military and civilian sectors.“
Wie soll das nun funktionieren? Darf die nachrichtendienstliche Quelle jetzt noch in China auf die Strasse und in die Krankenhäuser geschickt werden? Darf interessantes Material, dürfen aussagekräftige Dokumente jetzt noch in die Botschaft vor Ort, in die konspirative Wohnung, in den kontaminierten toten Briefkasten, in das nun geschlossene Café gebracht werden – wo doch
niemand mehr da ist, der es entgegen nehmen kann?! Was passiert mit den geheimen Informationen? Gibt es eine sichere Leitung von innen nach aussen, von zuhause in eine Behörde?

Joseph Fitsanakis engt das Problem noch mehr ein:

„Additionally, top secret intelligence that is designated as Sensitive Compartmented Information (TS/SCI) must remain inside specially designated physical spaces known as Sensitive Compartmented Information Facilities (SCIF). This poses problems, not only for remote operations, but also for social-distancing, as SCIFs tend to be relatively small in size. Many agencies are addressing the problem by “moving to split shifts to reduce the number of people at the office at given times” and separating personnel into “essential” and “non-essential”, but these definitions are still in the process of being determined.“
In Deutschland kommt in Sachen intelligence noch eine weitere  compartmentation hinzu, nämlich jene mit dem Namen Föderalismus: Wie sollen 16 Bundesländer, jedes einzelne mit Verfassungsschutz und Staatsschutz ausgerüstet, mit Bundesbehörden und Militär und Außenpolitik effektiv kooperieren – wenn doch alle zuhause bleiben und sich in der Vereinzelung üben sollen? Bis man sich im Sinne einer Aufrechterhaltung der öffentlichen und nationalen Sicherheit für eine praktikable Zentralisierung und Fokussierung durchgerungen hat, ist vermutlich die letzte Klopapierrolle verkauft worden. Es zeigt sich immer wieder, dass Terroristen und Kriminelle sich durchaus der haarsträubend divergierenden Länderregelungen, in Deutschland wie Europa, bewusst sind und ihr Handeln dem anpassen. Eine Krise wie die jetzige ist für diese Kreise eine grossartige Chance – und das kann Angst einjagen. Sind wir darauf vorbereitet oder müssen wir erst eine Telko einberufen und versprengte Referatsleiter irgendwo aus dem Urlaub holen? Was sagt die Gleichstellungsbeauftragte dazu? In der aktuellen Ausgabe von „Joint Force Quarterly“ (JFC) schreibt Trent J. Lythgoe unter dem Titel „Beyond Auftragstaktik“ auf der Seite 31:

„This obsession with decentralization is not only ahistorical but also potentially dangerous. There are axiomatic reasons to be wary of hyper-decentralization.“

Der so oft beschworene Intelligence Cycle ist zwar so schön einprägsam und lässt sich irgendwie auch grauen Verwaltungsvorgaben anpassen – aber er erweist sich auch oft als unflexibel und stammt aus Zeiten, in denen die Bedingungen eben andere waren als heute. Und auch heute und gerade heute müssen erneut die Rahmenbedingungen hinterfragt werden: Welche Rolle soll HUMINT künftig in diesem Prozess spielen? Wie sinnvoll sind die
Investitionen in Satelliten und Software (und diese Frage stellte sich die CIA in den 70ern, in den 80ern, in den 90ern...bis heute!) und wann wird begriffen, dass nachrichtendienstliches Arbeiten nicht ohne HUMINT auskommt und dass das Geld kostet? Aber wie kann heute eine Quelle in einem chinesischen Labor rekrutiert werden, wenn sie zuhause bleiben sollte? Wie kann unter den jetzigen Bedingungen HUMINT funktionieren? Und wie und wo sollten die gewonnen Erkenntnisse in einen Intelligence Cycle eingespeist werden, der hinten und vorne stottert, von politischen Grabenkämpfen ausgebremst und von juristischen Vorgaben blockiert wird? 

Zur Inspiration und Zerstreuung lese ich derzeit erneut die Memoiren von Kissinger. Zwar bezogen auf die Außenpolitk, jedoch anwendbar auf intelligence, ein in der Politikwissenschaft mangels geeigneter Defintion irgendwie im Bereich der Außenpolitik verorteter Begriff, zitiert er darin nicht nur eine Erklärung Rockefellers vom Juni 1968 während seines Wahlkampfes, in dem dieser u.a. sagte:

„Es gibt keinen Sammelpunkt für eine langfristige Planung auf zwischenbehördlicher Basis. Ohne einen zentralen Sammelpunkt der Regierung wird die Außenpolitik zu einer Reihe nicht miteinander im Zusammenhang stehender Entscheidungen – in ihrem Wesen krisenorientiert, ad hoc und nach rückwärts blickend. Wir werden zu Gefangenen der Ereignisse.“
Kissinger selbst schreibt dazu – passenderweise unter der Überschrift „Die Arbeit wird organisiert“:

„Meine Hauptsorge bestand darin, daß eine weitläufige Bürokratie, so gut sie auch organisert sein mag, dazu neigt, Kreativität zu ersticken. Sie verwechselt kluge Politik mit reibungslos verlaufender Verwaltungsarbeit. In den modernen Staaten werden Bürokratien so umfangreich, daß zu oft mehr Zeit damit zugebracht wird, sie zu verwalten, als ihre Ziele zu bestimmen.“

Wie kann unter der Ägide des traditionellen Intelligence Cycles die auch informelle Kooperation mit jenen Nachrichtendiensten hergestellt werden, die eigentlich unsere Gegner sind und die unsere Geheimnisse stehlen wollen – auf deren Hilfe wir jetzt angesichts der Krise aber angewiesen sind, so wie sie unsere benötigen? Ihr Modell gegen unseres, ihr information processing gegen das unsere? Können oder sollen Kontrollinstanzen hier eingreifen oder geht es nun um zügige Lösungen? 

In der fünften Ausgabe von „Intelligence Analysis. A Target-Centric Approach“ (wirklich alle Ausgaben davon sind lesenswert!) schreibt Clark zu den Daten, die nun gerade (hoffentlich) über den Virus und seine Verbreitung gesammelt werden:
„Data become evidence only when the data are relevant to the problem or issue at hand. The simple test of relevance is whether it affects the likelihood of a hypothesis about the target.“
Wissen wir überhaupt, was unser target ist? Der in Deutschland implementierte Intelligence Cycle setzt auf die Reaktion und Anweisung von Leuten in der Hierarchie (customer), welche Analysen zum Lesen bekommen, intellektuell durchdringen müssen und daraufhin entscheiden sollen. Offenbar hat ein customer in Bayern anders entschieden als ein customer in Berlin – kein Wunder, denn jedes Land wurschtelt an seinen eigenen Analysen und Schlussfolgerungen herum. Ein US Office of the Director of National Intelligence (ODNI) sehe ich in Deutschland derzeit nicht am Horizont. Sollte man über dieses Konzept nachzudenken beginnen, dann hätte die jetzige Krise wenigstens eine gute Sache mit sich gebracht. Ich zitiere eigentlich ungerne aus der gegnerischen Staatspresse, aber bezogen auf intelligence ist es nachdenkenswert, was im Editorial der aktuellen Ausgabe von China Report gleich auf Seite 1 erklärt wird:
„In the aftermath of the crisis, China should learn from these lessons to build a more scientific and robust governance system.“
Es ist zwar ein anderer gesellschaftspolitischer und historischer Kontext, aber wenn die jetzige Situation tatsächlich die grösste Herausforderung seit 1945, also nahezu wie Krieg ist, und wenn man berücksichtigt, wieviel Hysterie, berechtigte Angst, Desinformation, Vorurteile und Verantwortungslosigkeit sich derzeit anhäufen - dann passt das letzte Zitat auch! Nachzulesen in dem tollen Buch „The Black Door. Spies, Secret Intelligence And British Prime Ministers“ von Aldrich und Cormac:
„An early cold war of subversion and subterfuge was emerging, in which incoming prime ministers would need to use intelligence subtly and wisely. Inexperienced in handling the secret world and lacking an integrated intelligence assessment community, this may have been asking too much.“










Samstag, 29. Februar 2020

Uniter e. V. und neue Recherchen

Ganz aufregende, voll krass investigative Recherchen zum derzeit umstrittenen Verein Uniter zeigen Unerhörtes! Unter der Rubrik Investigativ der Tagesschau wird stolz gemeldet, dass das "ARD-Magazin Kontraste in Zusammenarbeit mit t-online" herausgefunden habe (gar durch gefährliche Recherchen vor Ort?), dass Uniter "mit Kräften der Philippinischen Nationalpolizei (PNP) eine Trainingseinheit im Laguna Distrikt südlich der Hauptstadt Manila durchgeführt [hat]. Im Juli 2019 fand dazu eine Schulung mit der PNP auf den Philippinen statt." 

Ich vermute mal, dass versehentlich der folgende Absatz in dem o.g. Tagesschau-Artikelchen vergessen wurde:
Unsere unter Einsatz ihres Lebens investigativ recherchierenden, mutigen Journalisten fanden heraus, dass bereits am 3. April 2019 im Newsletter Intelligence Online u.a. zu lesen war: "Uniter has offered its services to the Philippines in the past." Unsere tapferen Rechercheure konnten trotz enorm hoher Risiken für ihr Leben und nach wochenlanger, akribischer Detektivarbeit vor Ort feststellen, dass Uniter e.V. bereits am 5. August 2019 in einem Schreiben, welches ohne weiteres auf der Website auch heute noch zu lesen ist, folgendes schilderte: "Seite an Seite mit dem Department for Desaster Reaction and Control der Philippinen, der örtlichenFeuerwehr, medizinischen Fachkräften und der Polizei des Laguna Districts fanden auf Einladung Schulungen der allgemeinen Ersten Hilfe, aber auch besondere Trainings zur Abseiltechnik und Rettung in beengten Situationen, zur Wasserrettung und der Versorgung lebensbedrohlicher Blutungen gemäß der US-amerikanischen Stop the Bleed Kampagne statt.
Ist es da nicht verwunderlich, dass sich der durchschnittliche Leser bei soviel Recherche ab- und seriösen Medien zuwendet? Ob Uniter in dem zitierten Schreiben die Wahrheit schildert oder nicht, kann ich nicht beurteilen - aber ich behaupte auch nicht, dass ich es kann. Und ich schreibe es auch nicht bei anderen ab, um es dann als eigene Recherche zu verkaufen. 


Freitag, 14. Februar 2020

Mal wieder die Crypto AG

Das derzeitige Rascheln im Blätterwald zu den finsteren bis teuflischen Machenschaften der Geheimdienste - bei der aktuellen Geschichte trifft es diesmal überwiegend den BND und die CIA - zeigt eigentlich nur eins: Besonders alter Quark schmeckt eben auch nicht besser, wenn man ihn vehement breit tritt. 

Es ist unbestritten, dass geleakte Dokumente, alte Unterlagen und staubige Akten immer interessant und spannend sind. Vermutlich kommen jetzt auch weitere Details zu einer Geschichte ans Tageslicht, die im Rahmen des beliebten Geheimdienst-Bashings als ungeheuerliche Neuigkeit und Beweis für die Unmoral dieser Institutionen verkauft werden. Warum das so ist? Es hat viele Gründe, aber sehe ich diese jungen, betroffenen Investigativjournalisten, die mit ihrem MacBook im Working Space hocken, schlechten Kaffee aus Pappe schlürfen und ganz hysterisch durch ihre Tabellen scrollen oder auf coole Uploads starren, dann wird mir doch mulmig. Fragt man diese Leute, ob sie schon einmal dieses und jene Standardwerk zu Geheimdiensten gelesen haben, dann sind die Antworten ernüchternd. Aber klar ist, dass eine Seite böse (und alt) und die andere gut (und jung) ist. Die Alten verbocken es und die Jungen klären es auf. 

So kommt auch immer und immer wieder das Märchen von den Geheimdiensten, die eigentlich alle schlimmen Dinge der Welt verschlafen und nicht rechtzeitig erkannt haben. Das ist eine der heiligen Kühe dieser Leute - zumindest ist das mein persönlicher Eindruck. Keiner von denen hat sich offenbar mal Gedanken zum Ablauf eines politischen Entscheidungsprozesses gemacht. Ob vielleicht Geheimdienste sehr wohl fristgerecht Analysen und Warnungen erstellt haben, aber die Politik es nicht lesen, geschweige denn darauf reagieren wollte - das ist natürlich nicht so interessant. Dabei gäbe es dafür eine Menge Beispiele.

Und ebenso gibt es Beispiele dafür, dass "die Sache" mit der Crypto AG schon ganz andere Leute viel früher beschäftigt hat. 


Das haben Jason Vest und Wayne Madsen bereits 1999 geschrieben. Und das folgende stammt aus der zweiten Auflage von Ross Andersons sehr gutem Werk "Security Engineering" aus dem Jahre 2008. 


Für alle, die noch mehr "neue Geschichten" bringen wollen: Es gibt mittlerweile eine dritte Auflage!

Übrigens hatte die NSA 1994 in einer Ausgabe ihres internen Newsletters  CRYPTOLOG ebenfalls die Crypto AG erwähnt - natürlich nur am Rande und ohne Beschreibung ihrer genauen Funktion. Es gibt noch diverse weitere spannende Hinweise zur Crypto AG, die sich auch in einen gewissen Kontext bringen lassen. Ich habe hier beispielsweise aus dem Jahre 1996 einen Katalog des indischen Verteidigungsministeriums, in dem der Name fällt.


Ist es nicht auch so gewesen, dass am 29. September 2002 einem Vertreter der Crypto AG, Herrn W.G., in Riad eine Bombe unter das Auto gelegt wurde - platziert von Al Quaida Terroristen?! Wussten selbst die bereits damals schon mehr, als man heute angeblich erstmalig zu enthüllen glaubt?


Dienstag, 4. Februar 2020

Asghar Pashapour and North Korea


I read in Israeli media that another high-ranking member of the Iran’s Quds Force is said to have died:

AsgharPashapour, a senior member of the Revolutionary Guards’extraterritorial force, was killed Sunday in battle with Syrianopposition forces in Aleppo, the reports said.

Somehow this name reminded me of North Korea - but why? Then I remembered: APA, the Asian Parliamentary Assembly!



The APA Tenth Plenary Session took place in Istanbul from November 20 to 25, 2017. Numerous interesting Iranians were present, including Pashapour. Due to its members, APA is an extremely important institution anyway, as shown by the list of participating countries in 2017:

And as for North Korea: They were there with some of their people:


In my opinion, it is these meetings and gatherings that are important for the exchange of information and agreements between the countries that the Western Alliance is watching for good reasons. The problem is that forums like APA are largely missed by the Western media. A lot is said about the cooperation and technology transfer from e.g. Iran and North Korea. But the forums and institutions in which the apparently fruitful exchange takes place - one reads less about that. I mention this problem in the chapter on North Korean intelligence services, which will be published shortly.

Incidentally, it should be clear that there are also forums and opportunities here in Europe in which certain states and their institutions meet and exchange information and material discreetly but successfully. This is shown by the current espionage cases, which unfortunately demonstrate how vulnerable a democracy is: Before you take down the subversive activities - you can also call it a betrayal - of certain honorable people, these people have already done great damage and established their network within democratic institutions!

Montag, 20. Januar 2020

Der Spiegel.....

... benötigt offenbar für ein Artikelchen über die Liquidierung von Qasem Soleimani die Denkleistung von sage und schreibe 15 Autoren! Soviele werden zumindest auf S. 23 der Printausgabe Nr. 3/11.1.2020 aufgeführt. Dieses gewaltige Opus, das mit schönen, grossen und seitenfüllenden Grafiken geschmückt ist, endet mit der gewichtigen Erkenntnis: "Irgendwann könnte der Schattenkrieg dann zum offenen Krieg werden."

Ach ja... "Schattenkrieg", ein spannender, Erwartung weckender Begriff... leider aber wird dazu in dem Artikel, der den Titel "Die Schattenkrieger" trägt, fast nichts geschrieben. Übrigens hatte der Spiegel bereits 2010 unter dem gleichen Titel einen Artikel zum Iran verfasst - allerdings nur von zwei Autoren.

Die Arbeit der iranischen Geheimdienste - die sicherlich als Schattenkrieg bezeichnet werden kann - findet im aktuellen Artikel leider keine weitere Beachtung. Dabei ist doch gerade die geheimdienstliche Komponente, die dem Agieren Soleimanis stets und überall anhing, von grosser Bedeutung.  Und die im genannten Artikel düster beraunten Racheszenarien werden sicherlich und in erster Linie vom Iran geheimdienstlich orchestriert werden. Stattdessen wird zweimal darauf verwiesen, dass Brian Hook, "der Iranbeauftragte der US-Regierung" nicht im Auftrag dieser sprechen würde. Laut NYT habe Trump sogar gefragt: "Wer ist Brian Hook?" Man kann darüber streiten, was davon zutrifft und was nicht und Trump wird von den 15 Autoren nicht zu Unrecht als eher unberechenbar dargestellt. Ganz so schlimm ist es hoffentlich um Brian Hook dann doch nicht bestellt: In "This Week in Iran Policy, January 13-17" lautet der Titel immerhin: "HIGHLIGHTS FROM SPECIAL REPRESENTATIVE BRIAN HOOK’S REMARKS ON JANUARY 17, 2020".

Schattenkrieg bedeutet mitunter auch, die eigene Rolle zu untertreiben, aus Gründen der Opportunität über die eigenen Absichten zu lügen und Journalisten zu täuschen. Ich empfehle daher das Buch "Dirty Tricks or Trump Cards. U.S. Covert Action and Counterintelligence" - geschrieben von einem Autor (Roy Godson).