Dienstag, 6. November 2018

Die Russen kommen - Teil 2

Die Nähe zahlreicher deutscher Politiker und Wirtschaftsvertreter zu Russland ist schon lange kein Geheimnis mehr. Allen voran Gerhard Schröder, der nicht ohne Grund als der erste Vasall Putins bezeichnet wurde. Der massiven Einflussnahme Russlands auf deutsche Entscheidungsträger könnte besser Paroli geboten werden, wenn sich in den Büros der zuständigen Entscheidungsträger die Erkenntnis durchsetzen würde, dass es hierfür Expertise benötigt. Graue Juristen und noch grauere Verwalter können per se davon nichts wissen. Das bestätigen leider alle in den Medien zitierten Stellungnahmen und diverse sonstige, spaßige Verlautbarungen. Staatssekretäre und Minister halte ich dafür auch ungeeignet, denn sie wollen gerne schnellstmöglich in die Wirtschaft, um in der Schweiz mit gewissen Oligarchen Tee trinken oder für osteuropäische Plutokraten Lobbyarbeit betreiben zu können (Die Beispiele dafür würden diesen Blog endgültig sprengen). Zumindest eine Einladung für den prorussischen Valdai Diskussionszirkel möchte man gerne haben - auch wenn der Nutzen zu hinterfragen ist.

Es ist ein großer Fehler, dass historische und politikwissenschaftliche Erkenntnisse offenbar nicht adäquat in die Analysen einfliessen. Ich vermisse beispielsweise einen Hinweis auf Marquis Astolphe de Custine. In seinen berühmten Briefen aus Russland, die aus dem Jahre 1839 stammen, beschreibt er, dass der Alltag in der damaligen russischen Gesellschaft eine permanente Verschwörung gegen die Wahrheit sei. Jeder, der sich nicht einlullen und betrügen ließe, würde als Verräter und Risikofaktor für die öffentliche Sicherheit betrachtet. In der Bewertung des Buches bei Amazon liest sich das so:


Auch auf die unzulässige Gleichsetzung der heutigen russischen Einflussbemühungen mit westlichen Operationen des Kalten Krieges ließe sich souveräner reagieren. Aber Politik und Souveränität - das ist angesichts der verlockenden Perspektiven für die Zeit nach der Politik offenbar schwierig. In dem empfehlenswerten Buch "Der Hauptfeind. CIA und KGB in den letzten Tagen des Kalten Krieges" von Milt Bearden und James Risen geht es u.a. um  die vom Westen finanzierten Publikationen, die dann heimlich in den Ostblock geschmuggelt wurden:

"Die von der CIA finanzierten Publikationen brauchten nicht auf Propagandamärchen zurückzugreifen; es reichte aus, Menschen, die in Regimen lebten, die auf Lug und Trug basierten, schlicht die Wahrheit zu sagen."

Dies führt hin zu weiteren Aspekten einer anständigen Analyse russischer und anderer Einflusskampagnen. In keiner der üblichen Veröffentlichungen, seien es Behörden oder die üblichen Medien, wird eine präzise und korrekte Differenzierung getroffen. Was ist überhaupt Beeinflussung? Was ist Propaganda und worin unterscheidet sie sich von der Agitation? Was sind covert und clandestine operations? Wie unterscheiden sich solche bei russischen oder chinesischen oder iranischen Geheimdiensten?

Zuweilen amüsant zu betrachten ist jedenfalls der Umstand, dass die Russen nehmen, was kommt! Die Masse macht es und auch das ist ein Unterschied zu früher: Die für solche Kampagnen bereitgestellten finanziellen Ressourcen unter Putin sind immens höher als beispielsweise unter Breschnew. Da ist es egal, ob man einen Bundestagsabgeordneten diskret schmiert, anderen öffentlich ein Freundschaftsblech an die Brust heftet oder aber Rechtsextremisten eine Fahne in die Hand drückt und marschieren lässt. Ein Beispiel für die Schmerzunempfindlichkeit der Kreml Strategen ist eine Demo von Holocaust Leugnern in Nürnberg, durchgeführt am 30. Juni 2018. Motto: Freiheit für die "politischen Gefangenen der BRD" - namentlich die bekannten Träger des Friedensnobelpreises Ursula Haverbeck, Horst Mahler, Monika Schaefer sowie Ralf Wohlleben.





Man sage nicht, dass Deutschland - wie es Russia Today, Reichsbürger und Co. gerne behaupten - ein totalitäres Regime sei! Die Toleranz gegenüber solchen Fahnenträgern beweist mir das Gegenteil.

Montag, 5. November 2018

Vor unseren Augen...

...findet die chinesische Spionage statt und ich hoffe, dass die zuständigen Institutionen des Staates das im Auge haben - trotz derzeitiger "Unstimmigkeiten" und Neuorientierungen.

Seltsam, aber in den hiesigen öffentlichen Publikationen der Strafverfolgungsbehörden, Verfassungsschutzämter usw. lese ich nur die üblichen, teils völlig überholten Schilderungen chinesischer Aktivitäten gegen Deutschland. Einige der dort genannten "Fakten" werden seit Jahren wiederholt - und treffen doch nicht (mehr) zu. Woran liegt das, kann man sich getrost fragen?!

Eine der (natürlich in den USA und nicht in Deutschland) aktuell angeklagten chinesischen Firmen rühmt  sich stolz einer Zertifizierung durch das angesehene Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik:


Eine andere aktuelle Operation des FBI gegen chinesiche Spione in den USA zeigt mir einen direkten Zusammenhang mit mindestens drei renommierten deutschen Mittelständlern. Alle drei sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und ihre Technologie hilft dem chinesischen Militär. Was liest man dazu in den deutschen Qualitätsmedien? Nichts.

Eine neue Studie aus Australien zeigt, wie das chinesische Militär die Naivität, Eitelkeit und Geldgier westlicher Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen ausnutzt. In dieser Studie wird Deutschland zu Recht als eines der chinesischen Topziele genannt. Diese Eitelkeit und Naivität ausgewählter Deutscher hatte ich in anderen Bereichen, aber auch auf China bezogen, kürzlich in einem Text knapp skizziert.
 
Bereits nach einer recht oberflächlichen Recherche konnte ich umfangreiche Belege, Unterlagen usw. sichern, welche die geradezu himmelschreiend naive Kooperation deutscher Wissenschaftler mit einer bestimmten chinesischen Einrichtung belegen, welche seit Jahren international sanktioniert wird. Darunter Vertreter der deutschen Streitkräfte. Nutznießer dieser Kooperation: Erneut das chinesische Militär.

Es bedarf mittlerweile ganz anderer Maßnahmen, um die Gefahren, die der deutschen Industrie, dem Mittelstand, aber auch der innenpolitischen Hygiene und den damit verbundenen demokratischen Prinzipien drohen, in den Griff zu bekommen. Wer dazu mehr erfahren möchte, dem helfe ich gerne.


Mittwoch, 19. September 2018

Die Russen kommen...

... mal wieder mit lustiger Propaganda!

Diesmal ist es Sputnik - mehr oder weniger offen vom Kreml finanziert - mit historischen Abrissen zum bösen Bundesamt für Verfassungsschutz und knapp vor der bemerkenswerten personalpolitischen Entscheidung der Bundesregierung (oder der Medien? Dazu auch mal den Artikel in der NZZ lesen! ) verfasst worden. Der Urheber der Zeilen zeigt eine besondere Vertrautheit mit den Gespenstern der Vergangenheit. Dazu gehört beispielsweise ein gewisser "Gunter Guillame", der im weiteren Verlauf des Artikels vertraulich als Gunter tituliert wird. Später kommen noch ein Klaus und ein Hans-Joachim hinzu:

Herrlich! Ich stelle mir gerade vor, wie ein künftiger Artikel verfasst werden könnte. Dann wird dort nach alter Genossen Sitte über die Heldentaten von Anetta, Gerhard, Jürgen und Johannes an der Front der politischen Beeinflussung und Manipulation berichtet werden! Da dieser Text noch geschrieben wird, sind mit gegenwärtig die Nachnamen nicht bekannt.

Wer von den Genannten sich angesprochen fühlt und damit nicht einverstanden ist, möge sich an diese Adresse wenden:


Wer ein wenig nach vert_attache@inbox.ru recherchiert, wird Bescheid wissen...

Montag, 17. September 2018

After Ma: What now for Alibaba?...

...titled the Financial Times Weekend edition (Saturday 15 September 2018).

From the viewpoint of somebody interested in sanctions and proliferation: 
Obviously not too much. All screenshots are from today 😀


Company:


Interested in cargo to North Korea? Still no problem, there are many who are offering this by plane, vessel and train:



Good service, good business...


After Ma comes Daniel Zhang - but this should be no problem. Trade must go on!

Freitag, 31. August 2018

The Shanghai Cooperation Organization...



...is - in my opinion - underestimated. In former years there was not too much to be seen inside the club, but nowadays it is developing. Here my brief update:

At the 18th meeting of the Shanghai Cooperation Organization (SCO) on June 9, 2018, the Qingdao Declaration reaffirmed the importance of the SCO's Regional Anti-Terrorist Structure (RAT) in the fight against the so-called "three evils" terrorism, extremism and separatism. The corresponding document covers the period 2019-2021. The SCO expects an upsurge of "the potential of cooperation between competent agencies". The special role of the defense ministries and intelligence agencies was already highlighted at the SCO Defense and Security Forum in December 2017. In May 2018, participants in the 13th Meeting of Presidents and Chief Justices of the Supreme Courts of the SCO Member States emphasized the importance of big data and artificial intelligence for this collaboration. This development worries NATO intelligence: Iran has an observer status in the SCO and in 2016 it had ratified a 25-year agreement with China, which included defense and intelligence cooperation and an expansion of the Iranian Navy in the Indian Ocean. Since May 2017, the NATO member Turkey is an dialogue partner of the SCO. Full membership is discussed. Western intelligence fears an outflow of sensitive anti-terror information to the SCO and thus Russia or China.

Donnerstag, 30. August 2018

Lügen, Lücken oder Dummheit....

... es gibt bekannterweise viele Bezeichnungen, Schmähungen und Kritik, wenn es um die Medien geht. Und man muss es tatsächlich kritisieren, wenn hierzulande - und anderswo - die sogenannten Qualitätsmedien sich ergeben und hörig jenen Foren und Recherchekollektiven hingeben, die behaupten, sie würden Fälschungen, Fake News und sonstige Übel in der Gesellschaft aufspüren und die Verantwortlichen benennen, um sie dann - ganz in der Tradition der DDR Blockwarte oder in Erinnerung der eigenen Stasi-Karriere - an den virtuellen Pranger zu stellen. Diese Moralapostel verfolgen jedoch zumeist  selbst eine politische Agenda, wollen und können daher auch nicht objektiv sein.

Dazu kommt noch eine Menge an Leuten, die ein wenig hier und dort klicken, ein wenig Twitter durchstöbern und sich dann in epischer Breite zu Themen auslassen, von denen sie keine oder wenig Ahnung haben.

Apropos epische Breite: Ich komme zum Punkt. Im Rahmen einer Recherche zu deutschen Söldnern in der Ukraine stolperte ich mal wieder über StopFake.org, eine Seite, auf der man viele spannende Sachen lesen kann. Vieles davon ist gut recherchiert und liefert interessante Details. Aber manches ist schlichtweg falsch, geht aber im allgemeinen Mediengebrabbel, Infogestotter und Betroffenheitsgeschwalle unter. Insofern ist es eine verwunderliche Sache der besonders deutschen Käseblattlandschaft, dass bestimmte Foren und ihre Fehler kritiklos übernommen und die Forenbetreiber als Sittenwächter über Facebook-Postings bejubelt und finanziert werden.

In einem Beitrag über einen Protagonisten der bekannten Szene - in diesem Fall ging es um Johan Bäckman - stellt StopFake diese kühne Behauptung auf:


Wer hat da wohl die Feder geführt? Nach diesem "schwedischen Analysten" zu suchen, ist eine einfache Sache und ich zeige hier eins der zahlreichen Resultate:


Ein anderer Screenshot stammt vom "III. Weg", einem renommierten Think Tank, welches sich mit Völkerverständigung und Multikulturalismus befasst:



Kurz: Ob Bäckman oder Skillt: Wir haben es hier wahrhaftig nicht mit Analysten, sondern mit Extremisten zu tun, derer sich der Rechtsstaat mit Hilfe strenger Gerichtsverfahren erwehren sollte. Aber um das darzustellen, müsste man etwas tiefer graben, als nur hier und dort zu klicken und "Ich bin ganz schrecklich bestürzt" zu schwätzen.

Übrigens: Ein aktuelles, offizielles Dokument aus der Ukraine zeigt, dass der "schwedische Analyst" eine Firma eröffnet hat - mitten in Westeuropa. Aber das ist eine andere Geschichte.

Für alle ambitionierten Fake News Jäger und Moraldetektive, die dem Bösen auf der Spur sind und gerne darüber entscheiden, was richtig und was falsch ist, empfehle ich dieses nützliche Handbuch aus meiner Sammlung :



Samstag, 25. August 2018

Hunting Season for Chinese Intelligence

Apparently unnoticed by the appropriate authorities, the political and economic influence of certain Chinese organizations in Europe and Germany continues to develop. It is amazing to see how unknown is, for example, the European Confederation of Fujian Associations or even the United Front Work Department. The statements of so-called "experts" responsible for counter-intelligence is more or less frustrating.  

On the European level some of those influential persons can be asked about their work and their political agenda at their regular meetings:


In Germany one could call this gentleman and discuss his solely economic interests and "independence" from the Chinese Communist Party:


It's not just shady business people, academics and politicians of the B class in Bucharest who are paid by Beijing and who enthusiastically present Xi Jinping's book - which is as dull as dishwater - to the camera. No, the influence takes place in the middle of stable and established democracies and it's not only the work of Russia. But this is another story and anybody who is interested can read a few more aspects about it here.

I take this short detour in my ongoing research into Chinese front organizations as an opportunity to point out my new paper: "Tigers, Flies and Crocodiles: Hunting Season for Chinese Intelligence. Chinese Anti-Corruption Campaigns in an Aggressive Foreign Policy" - which can be found here

In recent years, there has been a massive increase in Chinese authorities hunting down their own citizens abroad. Although the Chinese government’s anti-corruption campaign has led to numerous suspects returning to China and reporting to the police, it has repeatedly been criticised for providing the basis to eliminate any political and economic opposition. Various institutions, including Chinese intelligence agencies, operating worldwide, carry out these hunts. Their advancements illustrate the global orientation of such organisations, which has developed in line with Beijing’s growing confidence and changing foreign policy.