Donnerstag, 20. Dezember 2018

Nuclear trade in the Dark Web

Beside drugs, fake IDs and pornography there is a lot more to find in the Dark Web. I searched for my own small nuclear bomb - and I was successful!


My new paper for Janes Intelligence Review can be find in their great new section: Jane's OSINT snapshots are brief analyses of recent national security-related news using lesser-visited online sources and anybody who is interested in going deeper into it might take a look into "Dark web market trades illicit nuclear materials and knowledge".

A lot more data and information about this subject, which I collected and analysed, are not to read in this paper. Plausible requests about more details are welcome: I compiled a restricted background report about it, which will not be published in the public.

Samstag, 1. Dezember 2018

Investoren in Berlin...

...sind in vielen - nicht allen - Fällen ein interessantes Objekt für vertiefte Recherchen. Ebenso wie in London oder Paris, aber auch Madrid und Lissabon tummeln sich darunter einige Figuren, die in direkter oder indirekter Verbindung zu gewissen Staaten und deren Vertretern stehen. Diese Vertreter können Oligarchen sein, die beispielsweise mit der russischen Mafia kooperieren oder sehr gute Verbindungen dorthin aufweisen. Andere Investoren haben Geschäftspartner, die in staatlichen Geheimdiensten beispielsweise Russlands, Chinas, Frankreichs oder auch Israels gearbeitet haben oder dies immer noch tun. Manche Investoren wiederum sind selbst Mitglieder solcher Geheimdienste - oder sie waren es in der Vergangenheit.

Manche Investoren bemühen sich, den Schleier der Diskretion zu wahren und ihn keinesfalls zu lüften. Damit erreichen sie allerdings häufig das Gegenteil: Journalisten und Behörden werden misstrauisch und nehmen ihre Ermittlungen auf.

In einem Artikel des Tagesspiegels geht es um die Trockland-Gruppe, welche als Investor ein Areal in Berlin bebauen möchte. In dem Artikel werden u.a. die angeblichen Verbindungen der Familie des ehemaligen turkmenischen Staatschefs Saparmurad Nijasow zu sowie die Beteiligungen einzelner Familienmitglieder an Trockland dargestellt. Auch ein gewisser Sokolov findet Erwähnung. In dem Artikel heisst es:

"Die Gruppe will nun in Berlin auch auf zwei Baugrundstücke am weltweit bekannten touristischen Brennpunkt Checkpoint Charlie zugreifen. Bei diesem Projekt könnte die jetzt bekanntgewordene Minderheitsbeteiligung Sokolovs indes für Diskussionen sorgen: Ausgerechnet an einem Bauprojekt am Ort, an dem der Westen einst die Demokratie verteidigte, mischt jetzt der Schwiegersohn eines der bizarrsten Despoten mit."

Der Artikel des Tagesspiegels betreibt ein interessantes name dropping und spricht dankenswerterweise ein Thema an, welches in Berlin seit Jahren gerne unter den Teppich gekehrt wird: Die zu hinterfragenden Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft, zwischen Ehrenmännern der deutschen Landes- und Bundespolitik mit schillernden Figuren aus in Teilen sanktionierten Unternehmen oder ganzen Staaten.

"Der Schwiegersohn eines der bizarrsten Despoten....", gemeint ist im Artikel Vladimir Sokolov, "ehemaliger CEO der russischen Investitionsbank VTB Capital plc". Aller Wahrscheinlichkeit ist nicht dieser Sokolov gemeint:


Leider findet in dem Artikel der Umstand, dass VTB Capital plc Teil der  VTB Bank ist, keine Erwähnung. Denn dann kommt man schon zu einer besseren Einschätzung des Milieus, in dem sich einzelne Figuren bewegen oder bewegten. Man kann die Beweggründe besser verstehen, weshalb Personen sich finanziell engagieren oder warum sie andere Orte ihrer Engagements aufsuchen (Flucht?). Die VTB Bank selbst stellt gewisse Hintergründe in ihrer Stellungnahme vom 4. Januar 2018 dar:


Diverse Gerichts - und sonstige Unterlagen zeigen andere interessante und teilweise pikante Verbindungen sowohl dieser Bank als auch von VTB Capital selbst. Ein Blick in Unterlagen von Rosneft dokumentiert die Beziehungen der VTB Bank in die Führungsriege des Ölkonzerns. Aber da auch der lupenreine Sozialdemokrat Gerhard Schröder sich bei Rosneft ohne weiteres tummeln kann (nur kurz: Rosneft gehört Igor Setschin, einem getreuen Vollstrecker Putinscher Außenpolitik)...da also alles möglich ist, sofern es nur die eigenen Taschen füllt, ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn sich bestimmte Investoren in gemütlichen Verwaltungsapparaten wie jenen Berlins durchsetzen können.

Nun gut, vielleicht wollte Sokolov sich endlich auch lösen von einem Arbeitgeber, um nicht mehr mit Korruption und finsteren Machenschaften in Verbindung gebracht zu werden. Immerhin sind es diverse gravierende Korruptionsvorwürfe, mit denen VTB Capital in einem Atemzug genannt wurde. Andere Berichte weisen auf ihren Beziehungen zum mosambikanischen Geheimdienst hin.

Viktor Sokolov ist aktuell nicht mehr im Board von VTB Capital. Die derzeit 45 Key Executives stellen allerdings auch ohne Sokolov eine interessante Ansammlung von teils alten Bekannten dar. Dafür würde sich bereits ein eigener Blog lohnen und der Ausschnitt eines zugegeben recht lieblos erstellten Netzwerkes mag das eventuell verdeutlichen:


Sokolov habe 2014 - so der oben zitierte Tagesspiegel - beschlossen, "als ehemaliger CEO der russischen Investitionsbank VTB Capital plc" bei Trockland einzusteigen. In einem anderen Artikel des Tagesspiegels aus dem Jahre 2018 sagt der Chef von Trockland, also dem Investor, der in Berlin bauen will: "Sokolov und ich kennen uns seit sieben Jahren." Das bedeutet: Seit 2011 - als der Mai 1969 geborene Sokolov noch bei VTB offiziell dabei war - kennen sich Sokolov und der zitierte Chef von Trockland: Heskel Nathaniel. In dem Artikel wird dieser auch auf Zypern angesprochen, was jedoch Unmut hervorzurufen scheint. Aber wundern darf man sich doch. Auf der Facebookseite von Trockland Holdings liest man nämlich, dass diese in Berlin zu verorten sei:


Schaut man jedoch in ein Handelsregister, findet man Zypern als Adresse:


Und das ist eben das Problem zahlreicher Figuren, die sich mit exotischen, manchmal politischen, manchmal nur finanziellen Projekten profilieren: Diese Anhänger der Philanthropie werden plötzlich schweigsam und einsilbig, wenn man mehr wissen möchte.

In dem Artikel der FAZ vom 11.11.2018 auf S. 30 liest man - neben diversen anderen rührenden Details ("Er kam mit zwei Koffern und 50 Mark in der Tasche") - diese Zeilen:


Wie man sich anhand meines Archives überzeugen kann, bin ich auch an "Auslandsjahren im Dienste Israels" interessiert. Im Bestand habe ich also etliche Bücher und Unterlagen zum Mossad und verwandten Instituten des Staates Israel. Ich bin auch kein expliziter Kritiker solcher "Auslandsjahre" und sehe durchaus die Notwendigkeit, sich unkonventioneller Feinde mithilfe unkonventioneller Methoden zu entledigen. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich erlaubte mir also eine Nachfrage (per Email an Trockland) zu diesem Passus aus dem Artikel der FAZ und erhielt auch eine freundliche Antwort:

"Mit ihm verbundene Institutionen"...Institute....Bei Wikipedia lese ich zum Mossad u.a.:

„Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“, eigentlich Mosad Merkazi leModi'in uLeTafkidim Mejuchadim, „Zentraler Nachrichten- und Sicherheitsdienst“, kurz haMosad, „das Institut“)

Ein vertrauliches Hintergrundgespräch hätte meinem politikwissen- schaftlichen Interesse Genüge getan. So aber muss es leider mir überlassen bleiben, wie ich die Antwort von Trockland interpretieren soll.




Dienstag, 6. November 2018

Die Russen kommen - Teil 2

Die Nähe zahlreicher deutscher Politiker und Wirtschaftsvertreter zu Russland ist schon lange kein Geheimnis mehr. Allen voran Gerhard Schröder, der nicht ohne Grund als der erste Vasall Putins bezeichnet wurde. Der massiven Einflussnahme Russlands auf deutsche Entscheidungsträger könnte besser Paroli geboten werden, wenn sich in den Büros der zuständigen Entscheidungsträger die Erkenntnis durchsetzen würde, dass es hierfür Expertise benötigt. Graue Juristen und noch grauere Verwalter können per se davon nichts wissen. Das bestätigen leider alle in den Medien zitierten Stellungnahmen und diverse sonstige, spaßige Verlautbarungen. Staatssekretäre und Minister halte ich dafür auch ungeeignet, denn sie wollen gerne schnellstmöglich in die Wirtschaft, um in der Schweiz mit gewissen Oligarchen Tee trinken oder für osteuropäische Plutokraten Lobbyarbeit betreiben zu können (Die Beispiele dafür würden diesen Blog endgültig sprengen). Zumindest eine Einladung für den prorussischen Valdai Diskussionszirkel möchte man gerne haben - auch wenn der Nutzen zu hinterfragen ist.

Es ist ein großer Fehler, dass historische und politikwissenschaftliche Erkenntnisse offenbar nicht adäquat in die Analysen einfliessen. Ich vermisse beispielsweise einen Hinweis auf Marquis Astolphe de Custine. In seinen berühmten Briefen aus Russland, die aus dem Jahre 1839 stammen, beschreibt er, dass der Alltag in der damaligen russischen Gesellschaft eine permanente Verschwörung gegen die Wahrheit sei. Jeder, der sich nicht einlullen und betrügen ließe, würde als Verräter und Risikofaktor für die öffentliche Sicherheit betrachtet. In der Bewertung des Buches bei Amazon liest sich das so:


Auch auf die unzulässige Gleichsetzung der heutigen russischen Einflussbemühungen mit westlichen Operationen des Kalten Krieges ließe sich souveräner reagieren. Aber Politik und Souveränität - das ist angesichts der verlockenden Perspektiven für die Zeit nach der Politik offenbar schwierig. In dem empfehlenswerten Buch "Der Hauptfeind. CIA und KGB in den letzten Tagen des Kalten Krieges" von Milt Bearden und James Risen geht es u.a. um  die vom Westen finanzierten Publikationen, die dann heimlich in den Ostblock geschmuggelt wurden:

"Die von der CIA finanzierten Publikationen brauchten nicht auf Propagandamärchen zurückzugreifen; es reichte aus, Menschen, die in Regimen lebten, die auf Lug und Trug basierten, schlicht die Wahrheit zu sagen."

Dies führt hin zu weiteren Aspekten einer anständigen Analyse russischer und anderer Einflusskampagnen. In keiner der üblichen Veröffentlichungen, seien es Behörden oder die üblichen Medien, wird eine präzise und korrekte Differenzierung getroffen. Was ist überhaupt Beeinflussung? Was ist Propaganda und worin unterscheidet sie sich von der Agitation? Was sind covert und clandestine operations? Wie unterscheiden sich solche bei russischen oder chinesischen oder iranischen Geheimdiensten?

Zuweilen amüsant zu betrachten ist jedenfalls der Umstand, dass die Russen nehmen, was kommt! Die Masse macht es und auch das ist ein Unterschied zu früher: Die für solche Kampagnen bereitgestellten finanziellen Ressourcen unter Putin sind immens höher als beispielsweise unter Breschnew. Da ist es egal, ob man einen Bundestagsabgeordneten diskret schmiert, anderen öffentlich ein Freundschaftsblech an die Brust heftet oder aber Rechtsextremisten eine Fahne in die Hand drückt und marschieren lässt. Ein Beispiel für die Schmerzunempfindlichkeit der Kreml Strategen ist eine Demo von Holocaust Leugnern in Nürnberg, durchgeführt am 30. Juni 2018. Motto: Freiheit für die "politischen Gefangenen der BRD" - namentlich die bekannten Träger des Friedensnobelpreises Ursula Haverbeck, Horst Mahler, Monika Schaefer sowie Ralf Wohlleben.





Man sage nicht, dass Deutschland - wie es Russia Today, Reichsbürger und Co. gerne behaupten - ein totalitäres Regime sei! Die Toleranz gegenüber solchen Fahnenträgern beweist mir das Gegenteil.

Montag, 5. November 2018

Vor unseren Augen...

...findet die chinesische Spionage statt und ich hoffe, dass die zuständigen Institutionen des Staates das im Auge haben - trotz derzeitiger "Unstimmigkeiten" und Neuorientierungen.

Seltsam, aber in den hiesigen öffentlichen Publikationen der Strafverfolgungsbehörden, Verfassungsschutzämter usw. lese ich nur die üblichen, teils völlig überholten Schilderungen chinesischer Aktivitäten gegen Deutschland. Einige der dort genannten "Fakten" werden seit Jahren wiederholt - und treffen doch nicht (mehr) zu. Woran liegt das, kann man sich getrost fragen?!

Eine der (natürlich in den USA und nicht in Deutschland) aktuell angeklagten chinesischen Firmen rühmt  sich stolz einer Zertifizierung durch das angesehene Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik:


Eine andere aktuelle Operation des FBI gegen chinesiche Spione in den USA zeigt mir einen direkten Zusammenhang mit mindestens drei renommierten deutschen Mittelständlern. Alle drei sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und ihre Technologie hilft dem chinesischen Militär. Was liest man dazu in den deutschen Qualitätsmedien? Nichts.

Eine neue Studie aus Australien zeigt, wie das chinesische Militär die Naivität, Eitelkeit und Geldgier westlicher Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen ausnutzt. In dieser Studie wird Deutschland zu Recht als eines der chinesischen Topziele genannt. Diese Eitelkeit und Naivität ausgewählter Deutscher hatte ich in anderen Bereichen, aber auch auf China bezogen, kürzlich in einem Text knapp skizziert.
 
Bereits nach einer recht oberflächlichen Recherche konnte ich umfangreiche Belege, Unterlagen usw. sichern, welche die geradezu himmelschreiend naive Kooperation deutscher Wissenschaftler mit einer bestimmten chinesischen Einrichtung belegen, welche seit Jahren international sanktioniert wird. Darunter Vertreter der deutschen Streitkräfte. Nutznießer dieser Kooperation: Erneut das chinesische Militär.

Es bedarf mittlerweile ganz anderer Maßnahmen, um die Gefahren, die der deutschen Industrie, dem Mittelstand, aber auch der innenpolitischen Hygiene und den damit verbundenen demokratischen Prinzipien drohen, in den Griff zu bekommen. Wer dazu mehr erfahren möchte, dem helfe ich gerne.


Mittwoch, 19. September 2018

Die Russen kommen...

... mal wieder mit lustiger Propaganda!

Diesmal ist es Sputnik - mehr oder weniger offen vom Kreml finanziert - mit historischen Abrissen zum bösen Bundesamt für Verfassungsschutz und knapp vor der bemerkenswerten personalpolitischen Entscheidung der Bundesregierung (oder der Medien? Dazu auch mal den Artikel in der NZZ lesen! ) verfasst worden. Der Urheber der Zeilen zeigt eine besondere Vertrautheit mit den Gespenstern der Vergangenheit. Dazu gehört beispielsweise ein gewisser "Gunter Guillame", der im weiteren Verlauf des Artikels vertraulich als Gunter tituliert wird. Später kommen noch ein Klaus und ein Hans-Joachim hinzu:

Herrlich! Ich stelle mir gerade vor, wie ein künftiger Artikel verfasst werden könnte. Dann wird dort nach alter Genossen Sitte über die Heldentaten von Anetta, Gerhard, Jürgen und Johannes an der Front der politischen Beeinflussung und Manipulation berichtet werden! Da dieser Text noch geschrieben wird, sind mit gegenwärtig die Nachnamen nicht bekannt.

Wer von den Genannten sich angesprochen fühlt und damit nicht einverstanden ist, möge sich an diese Adresse wenden:


Wer ein wenig nach vert_attache@inbox.ru recherchiert, wird Bescheid wissen...

Montag, 17. September 2018

After Ma: What now for Alibaba?...

...titled the Financial Times Weekend edition (Saturday 15 September 2018).

From the viewpoint of somebody interested in sanctions and proliferation: 
Obviously not too much. All screenshots are from today 😀


Company:


Interested in cargo to North Korea? Still no problem, there are many who are offering this by plane, vessel and train:



Good service, good business...


After Ma comes Daniel Zhang - but this should be no problem. Trade must go on!

Freitag, 31. August 2018

The Shanghai Cooperation Organization...



...is - in my opinion - underestimated. In former years there was not too much to be seen inside the club, but nowadays it is developing. Here my brief update:

At the 18th meeting of the Shanghai Cooperation Organization (SCO) on June 9, 2018, the Qingdao Declaration reaffirmed the importance of the SCO's Regional Anti-Terrorist Structure (RAT) in the fight against the so-called "three evils" terrorism, extremism and separatism. The corresponding document covers the period 2019-2021. The SCO expects an upsurge of "the potential of cooperation between competent agencies". The special role of the defense ministries and intelligence agencies was already highlighted at the SCO Defense and Security Forum in December 2017. In May 2018, participants in the 13th Meeting of Presidents and Chief Justices of the Supreme Courts of the SCO Member States emphasized the importance of big data and artificial intelligence for this collaboration. This development worries NATO intelligence: Iran has an observer status in the SCO and in 2016 it had ratified a 25-year agreement with China, which included defense and intelligence cooperation and an expansion of the Iranian Navy in the Indian Ocean. Since May 2017, the NATO member Turkey is an dialogue partner of the SCO. Full membership is discussed. Western intelligence fears an outflow of sensitive anti-terror information to the SCO and thus Russia or China.

Donnerstag, 30. August 2018

Lügen, Lücken oder Dummheit....

... es gibt bekannterweise viele Bezeichnungen, Schmähungen und Kritik, wenn es um die Medien geht. Und man muss es tatsächlich kritisieren, wenn hierzulande - und anderswo - die sogenannten Qualitätsmedien sich ergeben und hörig jenen Foren und Recherchekollektiven hingeben, die behaupten, sie würden Fälschungen, Fake News und sonstige Übel in der Gesellschaft aufspüren und die Verantwortlichen benennen, um sie dann - ganz in der Tradition der DDR Blockwarte oder in Erinnerung der eigenen Stasi-Karriere - an den virtuellen Pranger zu stellen. Diese Moralapostel verfolgen jedoch zumeist  selbst eine politische Agenda, wollen und können daher auch nicht objektiv sein.

Dazu kommt noch eine Menge an Leuten, die ein wenig hier und dort klicken, ein wenig Twitter durchstöbern und sich dann in epischer Breite zu Themen auslassen, von denen sie keine oder wenig Ahnung haben.

Apropos epische Breite: Ich komme zum Punkt. Im Rahmen einer Recherche zu deutschen Söldnern in der Ukraine stolperte ich mal wieder über StopFake.org, eine Seite, auf der man viele spannende Sachen lesen kann. Vieles davon ist gut recherchiert und liefert interessante Details. Aber manches ist schlichtweg falsch, geht aber im allgemeinen Mediengebrabbel, Infogestotter und Betroffenheitsgeschwalle unter. Insofern ist es eine verwunderliche Sache der besonders deutschen Käseblattlandschaft, dass bestimmte Foren und ihre Fehler kritiklos übernommen und die Forenbetreiber als Sittenwächter über Facebook-Postings bejubelt und finanziert werden.

In einem Beitrag über einen Protagonisten der bekannten Szene - in diesem Fall ging es um Johan Bäckman - stellt StopFake diese kühne Behauptung auf:


Wer hat da wohl die Feder geführt? Nach diesem "schwedischen Analysten" zu suchen, ist eine einfache Sache und ich zeige hier eins der zahlreichen Resultate:


Ein anderer Screenshot stammt vom "III. Weg", einem renommierten Think Tank, welches sich mit Völkerverständigung und Multikulturalismus befasst:



Kurz: Ob Bäckman oder Skillt: Wir haben es hier wahrhaftig nicht mit Analysten, sondern mit Extremisten zu tun, derer sich der Rechtsstaat mit Hilfe strenger Gerichtsverfahren erwehren sollte. Aber um das darzustellen, müsste man etwas tiefer graben, als nur hier und dort zu klicken und "Ich bin ganz schrecklich bestürzt" zu schwätzen.

Übrigens: Ein aktuelles, offizielles Dokument aus der Ukraine zeigt, dass der "schwedische Analyst" eine Firma eröffnet hat - mitten in Westeuropa. Aber das ist eine andere Geschichte.

Für alle ambitionierten Fake News Jäger und Moraldetektive, die dem Bösen auf der Spur sind und gerne darüber entscheiden, was richtig und was falsch ist, empfehle ich dieses nützliche Handbuch aus meiner Sammlung :



Samstag, 25. August 2018

Hunting Season for Chinese Intelligence

Apparently unnoticed by the appropriate authorities, the political and economic influence of certain Chinese organizations in Europe and Germany continues to develop. It is amazing to see how unknown is, for example, the European Confederation of Fujian Associations or even the United Front Work Department. The statements of so-called "experts" responsible for counter-intelligence is more or less frustrating.  

On the European level some of those influential persons can be asked about their work and their political agenda at their regular meetings:


In Germany one could call this gentleman and discuss his solely economic interests and "independence" from the Chinese Communist Party:


It's not just shady business people, academics and politicians of the B class in Bucharest who are paid by Beijing and who enthusiastically present Xi Jinping's book - which is as dull as dishwater - to the camera. No, the influence takes place in the middle of stable and established democracies and it's not only the work of Russia. But this is another story and anybody who is interested can read a few more aspects about it here.

I take this short detour in my ongoing research into Chinese front organizations as an opportunity to point out my new paper: "Tigers, Flies and Crocodiles: Hunting Season for Chinese Intelligence. Chinese Anti-Corruption Campaigns in an Aggressive Foreign Policy" - which can be found here

In recent years, there has been a massive increase in Chinese authorities hunting down their own citizens abroad. Although the Chinese government’s anti-corruption campaign has led to numerous suspects returning to China and reporting to the police, it has repeatedly been criticised for providing the basis to eliminate any political and economic opposition. Various institutions, including Chinese intelligence agencies, operating worldwide, carry out these hunts. Their advancements illustrate the global orientation of such organisations, which has developed in line with Beijing’s growing confidence and changing foreign policy.

Dienstag, 7. August 2018

Helping the crooks

Publications from Western military, describing their aim with providing "an overview of research done inside the Belgian Armed Forces in the period 2015 - 2016 to address their specific needs, whether in the short term, mid term or long term" and "The selected topics give insights into the multifaceted military research" really astonishes me.

Continuing with: "We are confident that, while reading or scrolling through this report, your interest in Belgian research will thrive." Haha...Yes of course! I know a few people who will be interested. You can find them e.g. here.

I try not to be naive but anyway: Why should foreign forces (again) get a nice overview about sensitive topics as these:


Ok, I am naive: They already know this.

Since it's online anyway, I could post it here as well, but something blocks me inside!

Mittwoch, 18. Juli 2018

Der Verfassungsschutz...

... berichtet seit vielen Jahren und aus gutem Grunde über bestimmte sicherheitspolitische Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland. Je weiter man dabei in die Vergangenheit zurückgeht und in alten Ausgaben blättert, desto deutlicher wird, dass bestimmte Entwicklungen nie ganz verschwunden waren und über andere plötzlich nicht mehr berichtet wurde, um Jahre später ebenso plötzlich wieder aufzutauchen.

Leider fehlt meinem Archiv weiterhin der erste Bericht dieser Art mit dem Titel „Erfahrungen aus der Beobachtung und Abwehr rechtsradikaler und antisemitischer Tendenzen 1961“. Dafür konnte ich jedoch dank einer sehr netten Person die anderen Vorläuferberichte meiner Sammlung einverleiben, von denen ich nicht weiss, ob sie für die Öffentlichkeit gedacht waren. Diese haben die Titel:

  • Die kommunistische Tätigkeit im Jahre 1964
  • Die kommunistische Tätigkeit im Jahre 1965
  • Die kommunistische Tätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1966
  • Erfahrungen aus der Beobachtung und Abwehr linksradikaler Tendenzen im Jahre 1967


Man erkennt an den Titeln, dass zunächst ein gewisser Perspektivwechsel nach dem ersten Bericht stattgefunden hatte.

Danach wurde ein Taschenbuch publiziert, welches für die Öffentlichkeit gedacht war. Unter dem Oberbegriff "Zum Thema" und dem Unterbegriff "Hier: Verfassungsschutz 1968" erschien in der "Schriftenreihe des Bundesministeriums des Innern" ein erstmals themenübergreifender Bericht, der auf der ersten Seite einen weiteren, längeren Titel trug: "Erfahrungsbericht über die Beobachtungen der Ämter für Verfassungsschutz im Jahre 1968". Damals hatte man wohl noch gemeinsam beobachtet und agiert.

Erst 1975 wurde dann - in zeitgemäßen Design - unter dem Oberbegriff "betrifft:" ein schon recht stattlicher Bericht mit dem erklärenden Untertitel "1975 Verfassungsschutz", auf der ersten Seite "Verfassungsschutz '75". Das war der Beginn einer jährlichen Reihe, die bis heute informativ, wenn auch politisch und teilweise fachlich nicht immer unumstritten ist.

Ratsam und erhellend ist es in jedem Fall, entsprechende deutschsprachige Berichte aus Österreich und der Schweiz heranzuziehen - quasi als Ergänzung und Erweiterung des eigenen Horizontes.

Ich habe einen Scan der Titelblätter hier eingestellt.





Sonntag, 15. Juli 2018

Iranian activities in Europe...

...were sometimes seen in the past, when their intelligence agency MOIS tracked down dissidents. The last incident showed their still ongoing efforts, including sleeper cell agents and one diplomat from the Iranian embassy in Vienna. This diplomat was charged by German authorities with planning an assault against a meeting of the exile group National Council of Resistance of Iran. The Federal Prosecutor General was a little bit shy and named the suspect Assadollah A. But a simple check of the Vienna embassy staff shows more details.


Using an explosive device for political reasons is a strong signal, but it is one instrument of influencing the political situation in a country.

Accidentally I published a new paper today which looks into covert and clandestine operations of some states, which are extremely active in countries as Germany - often supposed by officials who are on their payroll or just think this is the right way to do politics. These operations can be aggressive and violent, but also totally unremarkable.

If anybody is interested: I have the honour to inaugurate the new Research Paper Series of the European Intelligence Academy with my paper "Influencing the Adversary: From Wet Affairs to Propaganda".

Soviet Military Power...

...was a public diplomacy publication of the Defense Intelligence Agency (DIA), which provided an estimate of the military strategy and capabilities of the Soviet Union during the final years of the Cold War, ostensibly to alert the U.S. public to the significant military capabilities of the Soviet Armed Forces. The single publications were not classified and can be downloaded easily.

A few days ago I found three of them in a box, hidden in an dusty bookstore in Dublin. Inside were a few old articles from newspapers of the 80s and one - Volume 1987 - was stamped presumably by the US Embassy in Dublin.


More interesting is a document, made with a good old typewriter, which I found inside. It seems to be - more or less - a compilation, written 1987 by the Unites States Information Service (USIS), the former name of the today's United States Information Agency.


Nothing Top Secret, but anyway its a nice historical piece. Due to the dusty place I found it I decided to publish from time to time some scans and documents from my archive on my new, simple site namend Dusty Insights. The document can be downloaded there.

Samstag, 23. Juni 2018

Gonen Segev in former times...

...wasn't so open to Iran as he seems  to be in the last years - regarding Israels Shin Bet, charging him with spying for Iran, giving Israel’s arch-foe sensitive information about locations of security centers and the country’s energy industry. 

His position in 1995:


              (Source: The Nonproliferation Review/Fall 1995, p. 103)

Other sources say he is a classic type [to be targeted] because he is greedy and readily gets involved in dubious transactions. 

But why all this anger by Shin Bet and other "institutes" about him? Can it be that there are other reasons for his arrest? Maybe his connection to a security company with a "special" background? Some powerful dark figures in the ecstasy trade? Or is it a revenge of Yossi Beilins network for Segevs pressure in 1994  - when he was a Knesset member - to reveal some details about secret cooperation between Israel and two not named countries?

Even in Israel it is the same as in Germany with the media and their unexperienced freelance journalists: They claim to publish thrilling new, unknown details or they believe their sources that the information is new, but in reality it is nothing spectacular. The Times of Israel writes: A former head of the Shin Bet security service said Saturday that prior to being recruited by Iran to spy on Israel, disgraced ex-minister Gonen Segev was a kidnap target of the Lebanese Hezbollah terror group, an Iranian proxy.

This is not new.


Already stated in 2003:



 
 And so on... 

Asking Google Maps Segev could have walk in 1 hour 28 min minimum from his working place in Abuja....


... to this place in Abuja:


But all this is still speculation. Combing through the documents and analyzing his social network there are a few interesting details to see, regarding his friends from Israel, his connections to some embassies etc. Not only Israel should ask its counterintelligence experts about possible leaks.

Samstag, 16. Juni 2018

Drinking beer with Arafat

Recentlly I drank a beer in Brussels named Illegaal. The label showed a well known person:


The taste did not remind me of the alleged poisoning of Arafat by the Mossad - the beer was ok - but: I read a new book, in which, among other things, Arafat's role in terrorism is presented. So I reflected on new business ideas. I suspect that the biggest problem will be the export to individual countries.

Behind enemy lines...

...is the title of a new brief paper I published, subtitle: "Infiltration of Western police and intelligence agencies".


It can be downloaded on my website.

Originally I planned a much more extensive paper with a lot more case studies, but finally I ended up with a brief overview. Due to sheer number of cases, persons and the frightening development in Western countries maybe next time more.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Game of Pawns - again and again


One of the last cases in espionage conducted by Chinese intelligence shows again a few interesting details. As far as I understand the arrested person is not finally convicted and so I will not give his or her name away. Anyway: The person I am talking about is one of the latest in a long line of former US intelligence officers, many of them working now as a private contractor, accused to be a spy for China.

Regarding the documents related to this case the person worked – beside other functions – here (I did all the blackening because I don’t think that every detail should be posted online):


The interesting detail is about the commercialisation of promoting „friendship“ between China and the US. There are similar business models in Germany as well and it is necessary to investigate them – due to their harmless appearance and their honorable goal they represent a great challenge for counterintelligence. They can rely on a mass of mostly local politicians and business folks which are so naive to think they are NOT cooperating with the Chinese government. Any criticism of this “friendship” promotion is often condemned as racism, neo-colonalism etc. by the (in Australia so-called) “panda-huggers”. It is no wonder that Confucius Institutes can be opened in Germany, whereas in other countries some of them are closed again for good reasons. Not every Friendship Institute is a nest of spies, but given the massive expansion of Chinese efforts, caution is needed.

The documents related to the mentioned case show further details which could be the basis for an extensive analysis of the current Chinese way of operation, their front companies, way of payment and of communication etc.

Some remarks of the FBI Special Agent in charge reminds me on the great danger of leaked or stolen documents when it come to the sources on the ground:


A not too extensive research in the open web and not digging into the mass of Snowden files gave me a trove of NOFORN documents which are obviously not for the public. One example (and again I did the blackening):


Another one:



In this document I can read relevant details as:



The Chinese intelligence agents have a good chance to find interesting details online – just in case they will not find a greedy foreigner, willing to sell national security assets. For all the future traitors I recommend a short movie, which is about this Game of Pawns.


Montag, 21. Mai 2018

Mateusz Piskorski etc.



Über diese Berichterstattung kann ich nur müde lächeln: Was hier als tolle Story verkauft wird, ist jedem, der sich ernsthaft und nicht nur je nach politischem Windchen damit beschäftigt, in den meisten Details längst bekannt. Natürlich bedarf es einer gewissen Intensität und Tiefe, was die Recherchen dazu angeht, aber möglicherweise haben die dafür zuständigen Leute etwas verschlafen oder das Phänomen schlichtweg nicht begriffen. Oder aber im Rahmen der übliche politisch-administrativen Kungeleien wurde das notwendige Aufarbeiten dieser zweifelsohne wichtigen Entwicklungen über Jahre hinweg verhindert.

Die erwähnten „Wahlbeobachtungsmissionen“ sind seit vielen Jahren eine beliebte Methode Russlands, sich "einzubringen" und sich für ähnliche westliche Missionen zu rächen. Seit jeher findet man innerhalb der russisch initiierten Missionen Personen aus dem rechten Spektrum.

Die Berichte von T-Online und ähnlichen Qualitätsmedien lassen etliche Fragen unbeantwortet. Was hat es beispielsweise mit den angeblichen Bezügen Piskorskis zu China auf sich? Man könnte hier seine direkten Kontakte in China erwähnen, von denen zumindest einer als Rechtsextremist in polnischen Berichten bekannt ist. Auffällig ist auch die etwas unbeholfene Darstellung in den chinesischen Medien zum Fall Piskorski – eine eher nebensächliche Figur für die dortige Berichterstattung. Man könnte argwöhnen, dass etwas nachgeholfen wurde...

Es wird auch nicht weiter erläutert, welches Interesse der (und welcher genau überhaupt!?) chinesische Geheimdienst an rechtsextremistischen oder schlichtweg populistischen Strömungen in Europa haben könnte? Aber das würde ebenfalls sowohl investigativen Tiefgang als auch eine genaue Vorstellung des chinesischen außenpolitischen Konzepts voraussetzen. Hier kann man mittlerweile auf einige Erfahrung in bestimmten Ländern zurückgreifen. Die Einflussnahme Chinas auf ost- und mitteleuropäische Länder folgt einem ganz genauen Plan und wird von sehr gründlich ausgewählten oder dafür überhaupt erst geschaffenen Institutionen flankiert. Die chinesische Taktik unterscheidet sich hier von der russischen in einigen Punkten – aber in welches Konzept würde Piskorski passen? Und wie intensiv ist diese Einflussnahme bereits in Deutschland angekommen?

Seltsam: Der Iran wird nicht erwähnt? Er hat doch ein paar sehr interessante Freunde mit gewissen Verbindungen dort und wenn ich mich nichts ganz täusche, war Piskorski mindestens 2014 auch im Iran. Auch hier wird viel geplappert im deutschen Blätterwald, ohne überhaupt die Hintergründe dieser Kooperation zu verstehen. Was will ein Pole im Iran? Welche Politik will er dort betreiben und warum sollte das von Nutzen für den Iran sein? Ein interessanter Aufsatz von Stephan Grigat trägt den Titel: Antisemitism of theAyatollahs: Holocaust Denial and Hatred of Israel in Khamenei’s andRouhani’s Iran.

Ganz unwichtig wird Piskorski nicht für den Iran gewesen sein: Am 28. September 2014 gehörte er zu den ausgewählten wenigen Gästen, die im Außenministerium in Teheran an einem Panel teilnehmen durften, gemeinsam mit dem auch gerne im Zusammenhang genannten Manuel Ochsenreiter. Überhaupt scheinen die beiden unzertrennlich zu sein. Neben anderen Personen referieren später jeweils beide über die israelische Lobby in Polen bzw. Deutschland vor. Vermutlich gut, dass sie den Slot ab 13:45 Uhr, also nach dem Mittagessen bekommen hatten, denn da werden viele Zuhörer im Publikum ein Schläfchen gehalten haben. Aber auch zum Great Game treten beide auf:


Man könnte noch über so vieles nachdenken. T-Online schreibt u.a. „Stellvertretender Vorsitzender des Zentrums ist seit seiner Gründung im April 2016 der derzeit in Polen inhaftierte Ex-Abgeordnete und Querfront-Aktivist Mateusz Piskorksi. Das belegen Registerunterlagen des Vereins, die t-online.de vorliegen.“  Warum wird hier eigentlich so geheimnisvoll von „vorliegenden Unterlagen“ geraunt? Ein Blick ins öffentliche Handelsregister ist kein weiteres Problem. Dort, aber auch an anderen Orten findet man auch die höchst repräsentative Anschrift dieses Think Tanks. 

Interessant wäre auch ein Blick auf die diversen Anfragen und Petitionen zur Freilassung von Piskorski, u.a. von Udo Voigt - siehe auch die aufschlussreiche Antwort auf seine Anfrage - oder Campact. Es ist und bleibt alles politisches Spiel.

Im Jahre 2012 war Piskorski noch im gemütlichen Spandau zu Gast bei den Linken:



Schade, dass einer nicht mehr zu Piskorski berichten kann, den ich als interessanten Dozenten und freundlichen Menschen in Erinnerung habe und der seit dem 1. Mai 2018 nun auch das ewige Arbeiterparadies bewandert:





Sonntag, 13. Mai 2018

Nowitschok usw.

Beim Lesen alter Ausgaben von "Horch & Guck" fiel mir der Name Andrei Mironow auf - jenem Russen, der am 24. Mai 2014 bei Gefechten zwischen ukrainischen Streitkräften und prorussischen Kräften in Slowjansk getötet wurde. Das Foto, das in der Ausgabe von "Horch & Guck" - wer kennt diese Reihe überhaupt noch? - von ihm abgedruckt war, sieht ein wenig anders als die letzen Aufnahmen von ihm aus:


[Quelle: Horch & Guck, Heft 17 (4/95), S. 53]

Interessant fand ich in dem Artikel dieser Ausgabe den Satz:


Und wenn er gerade mal nicht an der Front ist, sammelt er fieberhaft
geheime Informationen über die neue chemische Waffe
Nowitschok, an deren Produktion Rußland arbeite.

Ich werde wohl nie erfahren, was er zu Nowitschok alles gesammelt hatte. Mein letzter Besuch in London zeigte mir zumindest erneut, dass die politische Bedeutung der russischen Organisierten Kriminalität im Zusammenhang mit solchen Fällen unterschätzt wird. Und wer weiss, was im Labor in Brno und möglicherweise anderen Ländern im Zusammenhang mit Nowitschok stattfand. Wer war an den Experimenten beteiligt? Ebenso zu hinterfragen sind eine ganze Reihe von Morden, nicht nur in London. Aber das würde den Rahmen dieses Blogs sprengen.


Samstag, 14. April 2018

Crispy CRISPR...

...or: The rise of Frankenstein's Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats



Discussing this with a few people from the counterproliferation branch I recognized that I have to learn something new regarding Weapons of Mass destruction (WMD): Who knows anything about CRISPR? But a lot more people read about Genetic Engineering - which is a good starter to understand CRISPR -  and I remember a case, many years ago, when a North Korean scientist disappeared in Australia. He was suspected of having developed a weapon based on genetic experiments. This case is still shrouded in secrecy and rumours, but it was one of the first cases ever appeared in the public. I plan to write a brief paper about it in the near future.

Genetic Engineering was already in the seventies subject of e.g. a meeting about INFORMAL MEETINGS ON NEW MASS DESTRUCTION WEAPONS:




Combining various search operators - which include CRISPR and WMD - I was surprised by my own data I obviously stored without ever taking special account of it: Related to WMD: 112, related to DPRK: 46, related to North Korea: 79, China: 166, Pakistan: 75, Iran: 88 and finally related to Germany: 115 results. Obviously due to the (unclassified) Worldwide Threat Assessment of the US Intelligence Community of 2016 some people, responsible for the commissioning of intelligence operations, becoming nervous and start reading in Wikipedia about CRISPR. Beside other things Clapper and his guys wrote in the chapter "WEAPONS OF MASS DESTRUCTION AND PROLIFERATION" the following:

"Biological and chemical materials and technologies, almost always dual use, move easily in the globalized economy, as do personnel with the scientific expertise to design and use them.The latest discoveries in the life sciences also diffuse rapidly around the globe." 

Around the globe... I think here about two things: First the warning of the Director of the German Federal Domestic Intelligence Agency (BfV) about the danger of Chinese companies, buying out German companies. And second about the rising German CRISPR market and some companies which are involved in the research: Bayer, Merck and Co., Evotec or CureVac - to mention some names. Are they aware of Chinese students and scientists, working in the laboratories? Are they already in the focus of hostile intelligence agencies? Not to talk about our "friends" from France, Israel or the US...

It is a revealing thing to do: Combing through directories of North Korean pharmaceutical institutes and their journals to see their discreet but prolific cooperation with the outside world. But this is another story...

Dienstag, 6. März 2018

Syria, SSRC, NOSSTIA and North Korea

In the last days a lot of media reports referred to a UN Report not published yet, describing that "North Korea has been sending equipment to Syria that could be used to make chemical weapons". In a few reports one responsible Syrian institution is mentioned: The Scientific Studies and Research Center (SSRC). Hundreds of people working for this Center are sanctioned since last April 2017.

Interesting for me is that organisations which are connected to this Center and which are playing a crucial role, are not sanctioned. First of all I think about the Network of Syrian Scientists, Technologists and Innovators Abroad (NOSSTIA), which is working somehow under the radar. I came across a brief notice about a meeting on "environment projects", which was described by the Syrian Arab News Agency in April 2016.


This was the first time ever I read about NOSSTIA and so I tried to take a look at their website. Today they seem to operate two Facebook accounts which I will not examine here in depth. Both accounts offer contact details, pictures etc.


 And the other one:



 In former times they had a website which is offline since a while. The old contact details (August 2015) there are slightly different:



But reading their old statements and going through their once uploaded documents and journals one could get the impression of an organisation which is - due to their mandate and self-concept - operating worldwide: Just there where Syrian patriots are.



This reminds me not only on similar Chinese organisations  - which are also engaged in espionage and intelligence gathering. It sounds for me like a not so hidden agenda, especially today, focusing on collecting information, intelligence, data, contacts etc. Harvesting all the documents where NOSSTIA is involved in, analysing the metadata and going through different social media networks provides an small insight into Syrian efforts to come through their doubtlessly hard times.

People and institutions had (or have?) the chance to donate money and receiving a special sponsor status. No Platinum and Gold Sponsors, but Silver (which meant in August 2015: 25,000 Syrian Pounds ($5,000 USD)):


And finally, nearly invisible:


Due to my interest in thrilling newspaper I took a look into this example of investigative journalism:



On page 2 I found Omar Armanazi, named in the aformentioned meeting. This time (2002) he met members of a highranking DPRK delegation in Syria:



I didn't do a lot to go deeper into those connections but as we all know: scientific exchange can be misused and political systems under pressure, suffering from sanctions or war will use every opportunity to improve their situation.